Burnout Symptomatik

Immer wieder komme ich in Coachings mit dem Thema Burnout in Berührung. Dabei drehen sich die Fragen darum, was Burnout ist, wie man es erkennen kann, wie man es behandelt und wie man es verhindert. Um einige Fragen bereits im Vorfeld zu klären, möchte ich in Anlehnung an Burisch, Matthias: "Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung" ein Phasenmodell zur Burn-out Symptomatik vorstellen.

1. Warnsymptome der Anfangsphase

Burnout, emotionale Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit, Prävention, Früherkennung Burnout ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit

a) vermehrtes Engagement für Ziele

 

  • Hyperaktivität
  • freiwillige unbezahlte Mehrarbeit
  • Gefühle der Unentbehrlichkeit
  • Gefühle, nie Zeit zu haben
  • Verleugnung eigener Bedürfnisse
  • Veränderung von Mißerfolgen und Enttäuschung
  • Beschränkung sozialer Kontakte

 

b) Erschöpfung

 

  • Chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • Unausgeschlafenheit
  • Erhöhte Unfallgefahr

2. Reduziertes Engagement

a) für Andere allgemein

 

  • Desillusionierung
  • Meidung von Kontakten Freunden, Familienmitgliedern
  • Schuldzuweisung für Probleme auf andere
  • Höhere Aktzeptanz von Kontrollmitteln
  • Stereitypisierung von Personen
  • Betonung von Fachjargon
  • Unfähigkeit zu geben
  • Kälte
  • Verlust der Empathie
  • Unfähigkeit zur Transposition
  • Verständnislosigkeit
  • Schwierigkeiten anderen zuzuhören
  • Zynismus

 

b) für die Arbeit

 

  • Desillusionierung
  • Negative Einstellungen zur Arbeit
  • Widerwillen und Überdruß
  • Widerstand täglich zur Arbeit zu gehen
  • ständiges Auf-die-Uhr-Sehen
  • Fluchtfantasien
  • Tagträumen
  • Überziehen von Arbeitspausen
  • Verspäteter Arbeitsbeginn
  • Vorgezogener Arbeitsschluss
  • Fehlzeiten
  • Verlagerung des Schwergewichts auf die Freizeit, Aufblühen am Wochenende
  • Höheres Gewicht materieller Bedingungen für die Arbeitszufriedenheit

 

c) erhöhte Ansprüche

 

  • Verlust von Idealismus
  • Konzentratuon auf die eigenen Ansprüche
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • Gefühl, ausgebeutet zu werden
  • Eifersucht
  • Partnerprobleme
  • Konflikte mit den eigenen Kindern

3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisungen

a) Depression

 

  • Schuldgefühle
  • Reduzierte Selbstachtung
  • Insuffizienzgefühle
  • Gedankenverlorenheit
  • Selbstmitleid
  • Humorlosigkeit
  • Unbestimmte Angst und Nervosität
  • Abrupte Stimmungsschwankungen
  • Verringerte emotionale Belastbarkeit
  • Bitterkeit
  • Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere
  • Schwächegefühle
  • Neigung zum Weinen
  • Ruhelosigkeit
  • Gefühl des Festgefahrenseins
  • Hilflosigkeit, Ohnmachtsgefühle
  • Pessismismus
  • Fatalismus
  • Apathie
  • Selbstmordgedanken

 

b) Aggression

 

  • Schuldzuweisung an Andere oder "das System"
  • Vorwürfe an Andere
  • Verleugnung der Eigenbeteiligung
  • Ungeduld
  • Intoleranz
  • Launenhaftigkeit
  • Kompromissunfähigkeit
  • Nörgeleien
  • Negativismus
  • Reizbarkeit
  • Ärger und Ressentiments
  • Defensive / paranoide Entstellungen
  • Mißtrauen
  • Häufige Konflikte mit Anderen

4. Abbau

a) der kognitiven Leistungsfähigkeit

 

  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben
  • Ungenauigkeit
  • Desorganisation
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Unfähigkeit zu klaren Anweisungen

 

b) der Motivation

 

  • Verringerte Initiative
  • Verringerte Produktivität
  • Dienst nach Vorschrift

 

c) der Kreativität

 

  • verringerte Fantasie
  • verringerte Flexibilität

 

d) Entdifferenzierung

 

  • rigides Schwarz-Weiß-Denken
  • Widerstand gegen Veränderungen aller Art

5. Verflachung

a) des emotionalen Lebens

 

  • Verflachung gefühlsmäßiger Reaktionen
  • Gleichgültigkeit

 

b) der sozialen Lebens

 

  • Weniger persönliche Anteilnahme an Anderen oder exzessive Bindung an Einzelne
  • Meidung informeller Kontakte
  • Suche nach interessanteren Kontakten
  • Meidung von Gesprächen über die Arbeit
  • Eigenbröteleien
  • Mit sich selbst beschäftigt sein
  • Einsamkeit

 

c) des gesitigen Lebens

 

  • Aufgeben von Hobbies
  • Desinteresse
  • Langeweile

6. Psychosomatische Reaktionen

  • Schwächung des Immunsystems
  • Unfähigkeit zur Entspannung in der Freizeit
  • Schlafstörungen
  • Alpträume
  • Sexuelle Probleme
  • Gerötetes Gesicht
  • Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Beschleunigter Puls
  • Erhöhter Blutdruck
  • Muskelverspannungen
  • Rückenbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Nervöse Tics
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Mangen-Darm-Geschwüre
  • Gewichtsveränderungen
  • Veränderte Essgewohnheiten
  • Mehr Alkohol / Kaffee / Tabak / andere Drogen

7. Verzweifelung

  • Negative Einstellung zum Leben
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühle der Sinnlosigkeit
  • Selbstmordabsichten
  • Existenzielle Verzweifelung